Zu den Konstitutionsbedingungen und der Beschaffenheit revolutionärer Subjektivität
Das „Proletariat“ hat als Chiffre eine lange, unrühmliche Karriere hinter sich. Im sogenannten „traditionellen Arbeiterbewegungsmarxismus“ mit dem historischen Phänotypen des Proleten identifiziert, welcher qua seiner Stellung im Produktionsprozess und seiner moralisch verstandenen Knechtung revolutionäres Bewusstseins spontaneistisch im Klassenkampf entwickeln müsse, oder per se rebellisch jenseits der Fetischisierungen, Mystifizierungen und Naturalisierungen der kapitalistischen Verkehrsformen stünde, hat sich spiegelverkehrt dazu das Gros der Marxisten und Linken enttäuscht vom Proletariat verabschiedet, nachdem dieses nicht seinem „historischen Beruf“ (Marx) nachgekommen ist, sondern sich stattdessen ganz im Gegenteil als das erwiesen hat, als was es im kapitalistischen Produktions und – Verwertungsprozess gesetzt ist: variabler Teil des Kapitals. Seit dem Untergang des Realsozialismus, sowie der „prolet-arischen“ (Franz Neumann) Konterrevolution des Nationalsozialismus und der Shoa schwankt die westliche Linke allgemein und die deutsche insbesondere zwischen einer abgeschmackten Neuauflage der positiven Revolutionstheorie des Traditionsmarxismus, der (wertkritischen) Soziologisierung des Proletariats, einer Ausweitung des „utopische[n] Bilderverbot[s] auch auf die Frage nach dem revolutionären Subjekt“ (Ingo Elbe) und dem postmodernistischen „Abschied vom (revolutionären) Subjekt“. Während sich die fortschreitende Akkumulation des Kapitals weiterhin über die extensiv wie intensiv akkumulierende Proletarisierung eines Großteils der Menschheit vollzieht, ist der Begriff von der „Daseinsform, Existenzbedingung“ (Marx) der Proletarität und den Möglichkeiten ihrer Aufhebung in der Dimension revolutionärer Theorie und Praxis verschüttet. Gegen die Arbeitertümelei des Proletkults einerseits und die ihr aufsitzende Abkehr vom Proletariat andererseits wäre Proletarität nicht als Antwort auf die Scheinfrage zu begreifen, ob das Proletariat das revolutionäre Subjekt sei, sondern als eine Voraussetzung des dynamischen Prozesses seiner Subjektwerdung zu rekonstruieren, die eine kommunistische Revolution realistisch möglich und denkbar macht. Nur in einer nüchternen Bestimmung der Bedingungen, objektiven Möglichkeiten und Tendenzen einer kommunistischer Vergesellschaftung lassen sich die Formen und der Inhalt revolutionärer Subjektivität konkretisieren. Der Zusammenhang des Proletariats mit einer kommunistischen Revolutionstheorie wäre also in dem konkreten Beantwortungsprozess der Frage zu erschließen, wie diese Revolution beschaffen, was ihre Voraussetzungen, Mittel und Ziele sein könnten.
Findet am Samstag, den 14.01 um 20.00 Uhr in der Kellerperle statt. Der Eintritt ist kostenlos.
Die Referenten sind zwei Leute, die schon an der „Zeitschrift – herausgegeben von der AG Gesellschaftskritik“ mitgearbeitet haben.
könnt ihr unter unserer neuen Rubrik „früher…“ erfahren.
Hier findet ihr den Mitschnitt von Ulrich Klemms Vortrag „Mythos Schule“. Auch Aigners Vortrag wurde gestern abend aufgezeichnet und wird hier zum Download angeboten, sobald er überarbeiten wurde.
Nochmals ein Dank an den Audiomann!
Donnerstag, 01.12. 20 Uhr: Cairo. Eintritt frei.
Ist alternativer Lokaljournalismus möglich? Stefan Aigner, Regensburg-Digital und regionale Gegenöffentlichkeit
Stefan Aigner, der durch das Projekt regensburg-digital eine alternative journalistische Gegenöffentlichkeit zur örtlichen nahezu monopolistischen Tageszeitung schaffen wollte, kommt nach Würzburg und referiert über die Geschichte dieses erfolgreichen Unterfangens. Gerade, weil dieser Alleinvertretungsanspruch von Lokalpresse auch in Würzburg
unübersehbar ist, soll es nicht nur um die Geschichte von regensburg-digital, sondern insbesondere in der anschließenden Diskussion auch generell um die Möglichkeiten von alternativer Lokalberichterstattung, insbesondere in Zeiten der Krise des Printjournalismus und Web 2.0, gehen.
Weitere Infos unter regensburg-digital.de
Wir haben es endlich mal geschafft, ein paar Vorträge mitzuschneiden: Claus Peter Ortliebs Vortrag über Charakter, Ursachen und Konsequenzen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise steht nun hier Online. Zum Verständnis des Vortrages ist es wichtig, sich auch die PDF-Folien anzusehen, welche ihr hier downloaden könnt.
Vielen Dank an dieser Stelle an unseren Audiospezialisten für Aufnahme und Nachbearbeitung.
wir haben eine neue Postfachadresse. Post bitte in Zukunft an:
Verein für Kultur, Politik und Kritik e.V.
postfach 11 02 64
97029 Würzburg
Da wir Postfachmuffel sind, wurde unser Postfach gekündigt (Info: man muss ein Postfach jede Woche leeren, sonst verliert man seinen Anspruch darauf).
Wir versuchen, auf dem schnellsten Wege wieder postal erreichbar zu sein, bis dahin bleiben nur unsere Emailadressen leider.
Folgende Veranstaltungen sind bereits bestätigt. Genaue Uhrzeiten und ausführlichere Veranstaltungsankündigungen folgen. (Edit: aktualisiert am 06.10.):
5.11: Kapitalismus und Wohnen- Geschichte und Gegenwart der Wohnungspolitik im Spiegel kapitalistischer Entwicklungsdynamik und sozialer Kämpfe. Vortrag von und mit Jürgen Mümken. In der Kellerperle.
17.11: Claus Peter Ortlieb von der Exit!-Redaktion zu „Charakter, Ursachen und Konsequenzen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise“.
Findet voraussichtlich in der Kellerperle statt.
18.11: Daniel Kulla liest zu „Entschwörungstheorie- Niemand regiert die Welt“, danach DJ-Set mit Kulla, Breakbeat/Elektro/HipHop. Findet im Club L statt, genaueres wird noch bekannt gegeben.
19.11: Ulrich Klemm- Mythos Schule. Warum Bildung entschult und entstaatlicht werden muss
– Eine Streitschrift. Kellerperle.
01.12: Stefan Aigner, der durch sein Projekt regensburg-digital eine alternative journalistische Gegenöffentlichkeit zur örtlichen Tageszeitung, die sozusagen eine lokaljournalistische Monopolstellung in Regensburg besaß, geschaffen hat, kommt nach Würzburg. Gerade, weil dieser Alleinvertretungsanspruch von Lokalpresse auch in Würzburg unübersehbar ist, soll es nicht nur um die Geschichte von regensburg-digital, sondern auch generell über die Möglichkeiten von alternativer Lokalberichterstattung gehen.
Findet im Cairo statt.
Bis dann!
Ein kurzes Lebenszeichen von uns: Planen gerade unser Programm für Herbst und Winter. Durch die baldige Eröffnung der Kellerperle (studentischer Kulturtreff in der Nähe des Tirili) werden wir auch endlich eine bessere Möglichkeit haben, Veranstaltungen zu organisieren.
Bis bald
Richlich spät erfahrt Ihr hier von unserem Sommerfest. Um 19 Uhr geht es am Samstag los, es gibt leckere Sojasteaks und Bier gegen Spendenbasis, dazu Musik und hoffentlich nette Leute.
Wir verabschieden uns damit in die Sommerpause und sehen uns hoffentlich bei unseren Ende September geplanten Veranstaltungen wieder.
Bis denn!