Archiv für Februar 2012

24.03: Freiheit statt Zwang

ALICE HALMI über die PatVerfü gegen Menschenrechtsverletzungen durch Psychiatrien

18 Uhr
Kellerperle

Wie steht es um die Menschenrechte in Deutschland?

Stimmen deutsche Politiker gegen den Eintritt eines Anwerberlandes in die EU, oder beurteilen sie außereuropäische Situationen, es geschieht stets im Habitus desjenigen, der von sich und „seinem“ Land vermeint, die Menschenrechte schlechthin darzustellen. Messen wir am eigenen Begriff, wenden wir den Blick auf die deutsche Wirklichkeit, kommen Zweifel auf!
Zweifel kommen nicht nur bei der „Seelenheilkunde“ auf. Aber vielleicht lohnt es, besonders in einem Land, in dem Psychiatrien schon aufgrund ihrer geschichtlichen Entwicklung im Zusammenhang der Massenmorde durch Ärzte und Psychiater im Nationalsozialismus verdächtig sein sollten, genauer hinzuschauen.

Entspricht es Menschenrechten, Menschen in gesund und krank einzuteilen und sie nach gesetzten Kategorien in Bürger und Unmündige zu katalogisieren? Wer entscheidet in Deutschland aufgrund meines „geistigen Zustandes“, ob ich Mensch bin? Eine psychiatrische Diagnose und die Behauptung einer “Selbst- oder Fremdgefährdung” sind ausreichend, um jemanden zu entmündigen – zu entmenschlichen. Ein Prozess, der in anderen westlichen Ländern weit mehr des Aufwandes, etwa eines Gerichturteiles, bedarf.

Davor kann man sich jetzt schützen. Durch das Patientenverfügungsgesetz von 2009 konnte eine Pateientenverfügung realisiert werden, mit der nun die Entscheidung, ob „gesund“ oder „krank“, bei einem selbst bleibt.
Darüber, wie in Deutschland die Menschenrechte durch Zwangspsychiatrien verletzt werden und wie wir uns durch die PatVerfü rechtswirksam dagegen schützen können, referiert am 24.03.2012 Alice Halmi vom Berliner Werner-Fuß-Zentrum ab 18 Uhr in der Kellerperle, Am Studentenhaus 1, Würzburg, nähe Sanderring.

09.03: Vortrag und Konzi!

@Cairo, WUE

Einlass: 19.30Uhr
Beginn: 20.00Uhr


KuPuK und XyeahX-Kollabo!

FRANK APUNKT SCHNEIDER (Bamberg)
Vortrag „Deutschpop, halt’s Maul!“- Für eine Ästhetik der Verkrampfung mit anschließendem Konzert

Popkultur war vielleicht das wichtigste Reeducation-Programm, das die Alliierten auflegten. Sie überschrieb deutsche Kultur und entfremdete die Kids von Scholle und Volksgemeinschaft. Popmusik auf Deutsch war daher lange Zeit undenkbar. Erst mit Punk entstanden deutsche Texte, die sich zur Kolonialisiertheit durch Pop bekannten. Und als aus der guten alten BRD wieder hässliches neues Deutschland geworden war, verstärkten Bands wie Kolossale Jugend oder die frühen Blumfeld (nicht zu verwechseln mit den späten) die Dissonanzen. Ihre Sperrigkeit war eine Abfuhr ans neu verordnete Wir-Gefühl. Aber in ihrem Windschatten entstand eine neue Generation, die endlich ganz unverkrampft deutsch singen wollte. Tomte, Kettcar oder Klee sangen (noch…) nicht für Deutschland, aber ihr kleinbürgerlicher Gemütsindiepop passt gut zum Entkrampfungsbefehl der Berliner Republik.
An das, was dafür aufgegeben wurde, will der Vortrag erinnern, indem er vom »Fremdwerden in der eigenen Sprache« (NDW) erzählt, von der Materialästhetik der Verkrampfung (Hamburger Schule), von der unglaublich seltsamen Unmöglichkeit deutscher Popaffirmation (Schlager) und natürlich von der Hässlichkeit des Unverkrampften.
Frank Apunkt Schneider ist unfreier Künstler, Autor und selbsternannter Poptheoretiker, Redakteur bei Testcard und Skug und außerdem deutscher Außenposten der Kulturbewegung monochrom (www.monochrom.at).

Präsentiert von KUPUK e.V.

YOUNG HARE (Frankfurt a.M.)
Young Hare sind zu zweit. Marc & Phil. Kommen aus Frankfurt am Main, sind musikalisch miteinander groß geworden und nun geht es mit dem neuen Projekt ganz schnell: die erste 4song EP ist draussen, eine geplante Tour Anfang 2012 und neue Songs. Young Hares Musik oszilliert irgendwo zwischen Dreampop, Post-Punk, Tropical und Kraut. ‚Bringing summer back‘ – ähnlich wie Washed Out oder Wild Nothing zaubern sie sofort Erinnerungen an sonnige Tage hervor, und dann kommen noch die Justin Timberlake Momente… Young Hare haben einen Louis Vuitton Koffer mit Gitarre, Synths, MPC, Maracas und Shakern im Gepäck und sind vor allem beste Typen.

THE DROPOUT PATROL (Berlin)
Schon seit über zehn Jahren, als damaliges Soloprojekt begonnen, gibt es die Dropout Patrol. Seit dem ist viel passiert. Mittlerweile zu einer Bandbesetzung zusammengewachsen und einige liebevoll und schick gemachte Homerecordings später sind sie nun endlich einmal mit ihrem wundervoll schnörkellosem LoFi Pop im Cairo. Es handelt sich um alte bekannte die unter anderem schon bei Kids Explode, Petethepiratesquid oder den Ex Best Friends aktiv sind und waren, die hier zeigen das eine Art Vertrautheit und ein Gespür für Melodien und ein wunderbar arrangiertes Songwriting vollkommen ausreichen um alles richtig zu machen. Man könnte an frühe Cat Power, Pavement oder auch Songs: Ohia denken aber vor allem auch an eine eigenständige, frische Band die man sich unbedingt ansehen sollte. Außerdem kann man gespannt sein auf das erste Album, das in den nächsten Tagen rauskommen wird