Archiv für April 2012

26.4: Die Privatisierung des Krieges

Militärunternehmen, Söldner, Paramilitärs und Technologiefirmen
im Dienste von Regierungen und Unternehmen

ein Vortrag von Dario Azzellini
Kellerperle
Donnerstag, 26. April, 20:30 Uhr (Eintritt frei)

Private Militärunternehmen (PMCs) bieten eine breite „Produktpalette“, die von Logistikdienstleistungen (wie etwa den Bau und das Betreiben von Militäranlagen und Gefängnissen) über strategische Elemente (wie z.B. Radarkontrolle und Überwachungsleistungen) bis zu offenen Kampfeinsätzen oder geheimen Militärmissionen reicht.

Für Regierungen ist der Einsatz von PMCs sehr vorteilhaft. Als Privatunternehmen sind PMCs nicht der Militärjustiz unterworfen und können öffentliche Kontrolle weitgehend umgehen. Viele der abgeschlossenen Verträge müssen nicht vom US Kongress genehmigt werden und schützen zudem die PMCs vor zivilrechtlicher Verfolgung im Einsatzland. Zudem hat der Tod von PMC-Angestellten – im Gegensatz zum Tod von Soldaten – kaum Einfluss auf die öffentliche Meinung. Tote PMC-Angestellte finden – da formal Zivilisten – nicht einmal Eingang in die Gefallenen-Statistiken.

Der breite Einsatz von privaten Militäruntenehmen in Kriegen und Konfliktgebieten ist mittlerweile allgemein bekannt. An die Medien geraten jedoch nur die spektakulärsten Fälle und meist erst im Rahmen aufgedeckter Skandale. Wenig ist über weitere Einsatzgebiete bekannt. Gerade Lateinamerika – und insbesondere Kolumbien – kann aufgrund des frühen Einsatzes verschiedener privatisierter Militär- und Sicherheitsaufgaben als Labor der Privatisierung militärischer Dienstleistungen bezeichnet werden. Herr Azzellini wird in seinem Vortrag über die verschiedenen Aspekte der Privatisierung militärischer Dienstleistungen in Lateinamerika berichten.
Dario Azzellini (*1967), italienischer Autor und Dokumentarfilmer, promovierte in Politikwissenschaften an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt (a.M.). Seit Oktober 2010 arbeitet Azzellini als wissenschaftlicher Assistent an der Abteilung für Politik- und Entwicklungsforschung am Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz (Österreich).
http://www.azzellini.net/

26.4: Die Privatisierung des Krieges

Militärunternehmen, Söldner, Paramilitärs und Technologiefirmen
im Dienste von Regierungen und Unternehmen

ein Vortrag von Dario Azzellini
Kellerperle
Donnerstag, 26. April, 20:30 Uhr (Eintritt frei)

Private Militärunternehmen (PMCs) bieten eine breite „Produktpalette“, die von Logistikdienstleistungen (wie etwa den Bau und das Betreiben von Militäranlagen und Gefängnissen) über strategische Elemente (wie z.B. Radarkontrolle und Überwachungsleistungen) bis zu offenen Kampfeinsätzen oder geheimen Militärmissionen reicht.

Für Regierungen ist der Einsatz von PMCs sehr vorteilhaft. Als Privatunternehmen sind PMCs nicht der Militärjustiz unterworfen und können öffentliche Kontrolle weitgehend umgehen. Viele der abgeschlossenen Verträge müssen nicht vom US Kongress genehmigt werden und schützen zudem die PMCs vor zivilrechtlicher Verfolgung im Einsatzland. Zudem hat der Tod von PMC-Angestellten – im Gegensatz zum Tod von Soldaten – kaum Einfluss auf die öffentliche Meinung. Tote PMC-Angestellte finden – da formal Zivilisten – nicht einmal Eingang in die Gefallenen-Statistiken.

Der breite Einsatz von privaten Militäruntenehmen in Kriegen und Konfliktgebieten ist mittlerweile allgemein bekannt. An die Medien geraten jedoch nur die spektakulärsten Fälle und meist erst im Rahmen aufgedeckter Skandale. Wenig ist über weitere Einsatzgebiete bekannt. Gerade Lateinamerika – und insbesondere Kolumbien – kann aufgrund des frühen Einsatzes verschiedener privatisierter Militär- und Sicherheitsaufgaben als Labor der Privatisierung militärischer Dienstleistungen bezeichnet werden. Herr Azzellini wird in seinem Vortrag über die verschiedenen Aspekte der Privatisierung militärischer Dienstleistungen in Lateinamerika berichten.
Dario Azzellini (*1967), italienischer Autor und Dokumentarfilmer, promovierte in Politikwissenschaften an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt (a.M.). Seit Oktober 2010 arbeitet Azzellini als wissenschaftlicher Assistent an der Abteilung für Politik- und Entwicklungsforschung am Institut für Soziologie der Johannes Kepler Universität Linz (Österreich).
http://www.azzellini.net/